Sonnenstrom
hochwertig und preisgünstig aufbauen - Was
solar tun nach Japans Langfrist-GAUs
Tomas Biermann-Kojnov – SunOn LG e. V.
Der
hohe Sonnenstrom (abgekürzt: PV = Photovoltaik) - Aufbau von ca.
18,3 MW im Kreis, muss zur beschleunigten Energiewende vermehrt
werden, aber auch hochwertig und preisgünstig. Kleinkraftwerke bis
zu 30 kW brauchen einen verlässlichen Mindestpreis von 28,74 Cent
pro verkaufter kWh und für Hausdachanlagen bis 10 kW sind 5% der
über 40% Vergütungs-Senkung seit 2009 zurück zu nehmen, sodass für
diese 30 Cent/ kWh erzielbar würden. Die beschlosene möglicherweise
15% Senkung zum Juli bedroht gerade diese demokratisch wichtigen
Bevölkerungs-Kraftwerke (1104
von 1211 Erneuerbaren Anlagen LGs waren 2010 solare),
wie
auch Umsatzrückgang und Arbeitsplatzverluste.
Und
PV-Strom verteuert nicht, sondern verbilligt den Stromeinkauf! Da
er gerade mittags in der Hauptstrombedarfszeit teure Kohle- und
Atomkraftwerke verdrängt. Die eben nur für deren Betreiber billig
sind, für die Gesellschaft aber unabsehbar, aber wirksam überteuer
sind, gerade auch angesichts von Erneuerbaren Energien, die weder
unabsehbare Folgekosten für Transporte und Sicherheitslagerungen bis
zu GAUS aufgeben und zudem auch dauerhaft Rohstoffkosten ersparen und
uns so vom rohstoff-armen, abhängigen Land mit kriegerischer Gefahr
um letztes Öl-, Uran- oder auch Gas in ein rohstoff-reiches,
unabhängiges, Frieden schaffendes verwandeln lassen.
Wichtige Solar-Infos gibt es auch bei:
www.sfv.de
www.eurosolar.de
www.volker-quaschning.de
www.photon.de
www.solarserver.de
www.wendenenergie.de
u. v. m.
Tatsachen
zur Energie-Debatte:
Atomstrom
ist zum großen Teil sofort ersetzbar, da
wir 2009 mit 139,5
GW Gesamtstromleistung*,
in der Lastspitze ca. 82 GW brauchten, bei 20,3 GW Atomkraft und 10,4
GW Wasserkraft, wie 37,5 GW Erneuerbare
(2010
gesteigert auf ca.
54,9 GW).
Der erneuerbare Stromanteil, auch der solare, wurde in 10 Jahren seit
2000 ca. verdreifacht.
Im Gesamtkreis LG (E.on-Avacon Gebiet+Bleckede-Dahlenburg-Amt Neuhaus) wurde die Solarstromkapazität seit 2007 mit ca. 2,5 MW in 2010 auf mindestens 18,3 MW mehr als 7t-facht.
Die
wahre Brücke ist verbesserte Speicherung!
Redox-Flow-Baterien können ca. 10000 kWh a speichern. Das reicht für die allermeisten Privathaushalte und auch viele Kleinbetriebe voll aus. Und sie sind schon kaufbar. Brauchen nur noch den Masseneinsatz zur Verbesserung und Preissenkung.
Und Grundlastfähigkeit von Erneuerbaren Energien ist schon heute möglich, wie etwa dieses Realexperiment über regenerative Kombikraftwerke von Odysso / SWR zeigt:http://www.youtube.com/watch?v=edSQAlfJgaI&feature=related
Und Wasserkraft ließe sich ja auch noch dazu kombinieren und eben auch das europäische Gesamtnetz! / TBK
UND
- Kosten- + Finanzierungsinfo (erneuert 2011-05) – Angemessene Preise? Milliarden-Kosteneinsparungen durch
Merit-Order-Effekt (s. u.)
Wahr ist
Solarstromnetzkosten sanken in 2 Jahren auf die Hälfte und machen
Strom preisgünstig. Großnetzbetreiber bzw. die großen Stromkonzerne sind
Kostentreiber mit ungerechtfertigt
hoher EEG-Umlage-Weitergabe. Die Umlage von 3,5 Cent ist ggteplant zu
hoch und müsste direkt auf 2,7 Cent gesenkt werden. Zusätzlich gab es
weitere Einsparungen, wären auch die Sondersuventionierungen für große
Stromverbraucher mit Effektivitäsauflagen von Staat zu finanzieren und
sind auch dank des PV-Einsatzes die Börsewn-Strom-Einkaufspreise
erheblich gesunken. SO DASS EIGENTLICH FÜR DIE MINDESTPREISE IM
MONOPOLMARKT (EEG-Umlage) kein Cent mehr auf den Strompreis umgelegt
werden müsste. Aber die von der Regierung geduldete und geförderte
Machtstellung der Großkonzerne lässt diese selbstherrlich erhebliche
Gewinne auf Kosten der Stromkunden machen. Schon 2009 erzielten die
großen 4 ca. 26 Milliarden Eur; 2010 erreichten sie gar 30 Milliarden Eur. ( Zum Vergleich: Die EEG-Gesamtkosten
lagen da bei ca. 5 Milliarden (2010: ca. 7 Milliarden, wobei zu hoch zugerechnet wurde. )
- PV-Anlagen-Aufbau sollte derzeit
auch bei Kleinanlagen möglichst deutlich unter 2700 Eur kosten. Und zum
Juli will die Regierung den Mindestpreis schon wieder senken , womit wieder entsprechend gesenkte Anlagenpreise erreicht werden müssten.
Im
Einzelfall kann wegen besonderer Ausstattung und Aufwendiungen -etwa für
komplizierte Verkabelungen- auch mal ein höherer Preis
gerechtfertigt sein. Für die Kalkulation sollte man hier im Norden mit
850 kWh/kWp rechnen und hoffen um die 900 kWh/ kWp ernten zu können.
Schließlich muss man in 20 Jahren plus x wenigstens kleine Gewinne bis von
um 7 % erzielen, um im Strommarkt Übliches zu erreichen.(S. unten +
unter "Leistungen"!) Wer ab 900 kWh/ kWp oder gar noch mehr vorrechnet, will damit meist zu
teure Einkaufspreise verkaufbar machen.
Selbst ein ganzes Dorf kann sich geradezu vorbildlich solar energiewenden! Das zeigt dieser Film, den wir bei Interesse gerne öffentlich zeigen würden (Melden Sie sich!):
Film: "Sonnen-Wende" z.B. Lippertsreute - Ueberlingen (Bodensee)
Wurde auch bei Phoenix gezeigt - mittags am 30.05.11 in der Atomenergie-Langfristausstieg-Debatte
und findet sich auch hier:
http://bioenergiedorf-lippertsreute.de/info/video-sonnen-wende.php
(Handelt aber von einem Solardorf, auch mit Bioenergie.)
Und hier die Liste aller uns bekannt wirkenden
SOLAR-INSTALLA-TEURE*
Lüneburger Region
Stand: August 2011
zusammengestellt
vom
Solarverein „SunOn Sonnenkraftwerke LG e. V.“
Tomas
Biermann-Kojnov
Häcklinger
Weg 43a, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 - 403636
Telefax: 0321 - 21212157
E-Mail: Biermann@sunon.org
Web: www.sunon.org
* Der Begriff „Solarteur“ sei rechtsgeschützt für bestimmte Installateure -ähnlich „Cognac“ unter den Weinbränden. So nennen wir die Anlageaufbauenden „Solarinstallateure“.
Hinweis: Nach A-B-C geordnet, darum bitte bis zum Ende ansehen, wo auch Betriebe mit besonders langer Aufbauerfahrung zu finden sind.Zur Gemeinschaftsbeteilligung ist dort auch die Solargenossenschaft Rosengarten (Nordniedersachsen) angeführt, bei der man sich ab 250 € beteiligen kann.
Wir wünschen viel Erfolg beim Herausfinden! Wozu auch eine Art Check-Liste helfen möge. Fragen Sie immer nach Referenzen und genauer Anlagen-Dokumentation. Hier gibt es z. B. Auswahl-Hinweise: http://www.iwr.de/solar/erricht/photovoltaik.html
UND wer sich gründlicher in PV-Aufbau einarbeiten möchte, findet hier eine schöne Infoquelle, die auch downloadbar ist:
http://www.solaranlagen-portal.de/jdownloads/Photovoltaik/Photovoltaik-Rechner-Tools-und-Links/Der-Photovoltaik-Ratgeber/Download.html
(link bitte kopieren!)
Auch geben wir hier nun nach der verbesserten Adressliste die Infos zum optimalen Anlagenaufbau von Photon, Juli 2011 wieder (s. u.).
ad fontes Lüneburg GmbH
Stefan Blaurock
Südergellerser Str. 5
D-21394 Kirchgellersen
Tel.: 04135-83 33
Fax: 04135-82 01 39
Mail: lueneburg@adfontes.de
Internet: http://www.adfontes-lueneburg.de
Aldra Solar Lüneburg
Thomas Becker
Grapengießerstraße 29, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 - 2243728
Telefax: 04131 - 2243729
E-Mail: info-lueneburg@aldra-solar.de
Internet:http://www.aldra-solar.de
Laden-Öffnungszeiten
Montag-Freitag 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Samstag 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr
anTec Energiesysteme KG - Büro Hamburg
Sebastian Maukel
Maxstr. 23, 22089 Hamburg
Tel: 040 - 5890544
Telefax: 040 - 5890545
Mail: hh@antec-energiesysteme.de
Internet: http://www.antec-energiesysteme.de
B&Q Solare Energietechnik
Ralf Mann
Moorfleeter Deich 112, D-22113 Hamburg
Telefon: 040 - 7804060
Telefax: 040 - 78040660
e-Mail: info@bq-dachbau.de
Internet: www.bq-dachbau.de
Bioenergy Concept GmbH
Christoph Eusterbrock
Munstermannskamp 1, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 – 765265
Telefax: 04131 – 765266
E-Mail: info(at)bioenergy-concept.com
Internet: www.bioenergy-concept.de
bode Energie- und Sicherheitstechnik GmbH
Sebastian Pape
Am Dornbusch 28, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 - 246245
Fax: 0551 - 5088528
E-Mail: s.pape@bode24.de
Internet: www.bode-lueneburg.de
Carpe SOLAR GmbH
Sven F. Assmuth
Borgwardstraße 14-16, 21365
Lüneburg - Adendorf
Telefon: 04131 - 8843933 + Mobil 01577 - 1537300
Fax 04131 - 8843934
E-Mail: s.assmuth@carpe-solar.de
Internet: www.carpe-solar.de
ELBE-ENERGIE-TECHNIK GbR
Andreas Röhr
Deichstr. 22a, 21380 Artlenburg
Telefon: 04139 - 79851 + Mobil: 0162 – 9854648
Fax: 04139 - 798513
Email: info@elbe-energie-technik.de
Internet: www.elbe-energie-technik.de
Elektro-Hartmann
Klaus Hartmann
Dieselstr. 3, 21365 Adendorf
Telefon: 04131 - 18490
Fax: 04131 - 187194
E-Mail: info@hartmann-elektro.de
Internet: www.hartmann-elektro.de
Fleer Solar
Jörn Fleer
Kaufhausstraße 4 , 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 - 26 78 81 +
Telefax: 04131 - 26 78 83
E-Mail: info@fleer-solar.de
Internet: www.fleer-solar.de
Junker Elektrotechnik
Matthias Junker
Eulenbusch
12, 21391 Reppenstedt
Telefon: 04131 - 684196 + Mobil: 0171-2054123 (Mo 6-9 Uhr)
Telefax: 04131 – 684197
eMail: info@junker-elektrotechnik.de
Internet: www.junker-elektrotechnik.de
microsol Solarsysteme GmbH
Christof Gundert
Pillauer Str. 47, 22049 Hamburg
Telefon.: 040 - 6933018
Fax: 040 - 6937016
Email: christof.gundert@sydneysolar.de
Internet www.sydneysolar.de
NDB ELEKTROTECHNIK GmbH & Co. KG
Frank Fasold
Robert-Bosch-Straße
11, 21684 Stade
Telefon: 04141- 523330
Fax: 04141- 535995
E-Mail: Frank.Fasold@ndb.de
Internet: www.ndb.de/de/solartechnik
Neue-Energie Technik GmbH
Marcus Zitze
Lindenallee 10, 29646 Bispingen-Hörpel
Telefon: 05194-431310 + Mobil: 0170-1113736
(Zitze)
Telefax: 05194-4313190
E-Mail: info@n-et.net
Internet: http://www.n-et.net/
scn energy AG LG
Holger Tempel
Am Kreideberg 28e, 21339 Lüneburg
Tel.: 04131 - 7993578 + Mobil: 0160 - 96775358
Fax: 04131 - 7993579
E-Mail: h.tempel@scn-energy.de
Internet: www.scn-energy.de/
Solar Lüneburg
Rainer von Thienen
Borgwardstr. 14/16 , 21365 Adendorf
Telefon: 04131 - 8843938 + Mobil: 0163 - 3979808
Fax: 04131 - 8843939
Email: info@solar-lueneburg.com
Internet: www.solar-lueneburg.com
soltechnics GmbH
Eric Irmer
Bundesstrasse 10, 21382 Brietlingen
D1: 0151-17164075
E-Mail:
Eric.Irmer@soltechnics.de
Office:
Heinrich-Heine-Str. 66
88255 Baienfurt
Tel.: 0751-5684998-0
Telefon: 0800-8181500
Telefax: 0751-568499890
E-Mail:Info@soltechnics.de
Internet: www.soltechnics.de
S+S Energietechnik GmbH
Andreas Schütte
Am Rott 1, 29439 Lüchow (Wendland) OT Grabow
Telefon: 05864 – 9878781
Telefax 05864 – 9878783
E-Mail:info@sse-dan.de
Internet: http://www.sse-dan.de/
Stuhlmacher Solartechnik GmbH
Dirk Stuhlmacher
Wiesenweg 24, 21376 Putensen
Telefon: 04172 - 9878544
Telefax: 04172 - 9878545
E – Mail: Info@stuhlmacher-solar.de
Internet: http://www.stuhlmacher-solar.de
SunStrom GmbH
Steffen Angrick
Moritzburger Weg 67, 01109 Dresden
Telefon: 0351- 8838130
Telefax: 0351- 8838 -131
Email: info@sunstrom
de
Internet: www.sunstrom.de
SWG Solaranlagen Wartungs GmbH - Solarpark Rodenaes GmbH
Barbara Kiehling
Glüsinger
Str. 92, 21217 Seevetal
Telefon: 04105 - 5854982
Telefax: 04105 - 5854994
E-Mail: bk@solarpark-rodenaes.de
Internet: http://www.solarpark-rodenaes.de/deutsch/solaranlagen-wartungs-gmbh
VOLTREICH GmbH
Harald Buchholz
Goseburgstrasse 43, 21339 Lüneburg
Telefon: 04131 / 89 80 612
Telefax: 04131 / 89 80 613
E - Mail: info@voltreich.de
Internet: http://www.voltreich.de
Wendawatt
Solaranlagen
Joachim Noack
Marschtorstraße
58, 29451 Dannenberg
Telefon: 05861-8520
Telefax: 05861-986261
E - Mail: wendawatt@gmx.de
Internet:
Will Haustechnik
Horst Will / Jörg Dittmer
Mühlenkampsweg 1, 21406 Barnstedt
auch über Ö-kom HLG
Telefon: 04134-8935
Telefax: 04134- 8936
E-Mail: Will-haustechnik@t-online.de
Internet: www.H-Will.de
Fred Zander GmbH
Fred Zander
Feldstr. 13., 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 – 3332274750
http://branchenbuch.abendblatt.de/lueneburg/sanitaerinstallateure/524176/
Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten e. G.
Klaus Meyer-Greve
Im Alveser Dorfe 13, 21224 Rosengarten
Telefon: 040-79753448
Telefax: 040-
E-Mail: Kontakt@buergersolarkraftwerke-rosengarten.de
Internet: www.buergersolarkraftwerke-rosengarten.de
Info zum optimalen Anlagenaufbau:
Die folgende Info kommt, -teils von TBK (Tomas Biermann-Kojnov) ergänzt und mit Unterstreichungen herausgehoben von Photon 2011-07
Wir freuen uns auf IhreStellungnahmen, Fragen, Ergänzungen.
Alles rausholen?
Jochen Siemer
Technisch gesehen gibt es viele
Möglichkeiten der Ertragsoptimierung, doch nicht alles lohnt
sich
Bei jeder Art von Optimierung gibt es zwei Varianten: die
technisch mögliche und die wirtschaftlich sinnvolle.
Um das eine vom anderen zu unterscheiden, muss man erstens wissen,
welche Erwartungen an den Solarstromertrag überhaupt realistisch
sind. Und zweitens, um wie viel er sich durch einige Kniffe steigern
lässt.
Wie so vieles im Leben ist die Optimierung eines
Solarstromsystems am Ende ein Rechenexempel – zumindest dann, wenn
diese Aufgabe nicht rein technisch, sondern betriebswirtschaftlich
betrachtet wird; und genau dies tun wohl 99 Prozent aller
Anlagenbetreiber. Aufgabenstellung: Wie viel darf eine
Maßnahme zur Ertragssteigerung kosten, damit die damit zusätzlich
erzeugten Kilowattstunden den Mehraufwand wieder einspielen?
Und
wie so oft im Leben lautet auch hier die Antwort: Es kommt darauf an.
Auf das Wetter
beispielsweise, das je nach Standort sehr unterschiedliche
Voraussetzungen schafft und sich außerdem für die 20 Jahre Laufzeit
einer Anlage nicht vorhersagen lässt. Und natürlich darauf, wie
zuverlässig die ertragssteigernde Maßnahme wirkt. Bei manchen
Tricks zum Anlagentuning gibt es gesicherte Erfahrungen, bei anderen
nur jede Menge Mund-zu-Mund-Propaganda, Faustformeln und deftige
Werbesprüche. Doch lässt sich durchaus ein Katalog von bewährten
Mitteln zusammenstellen, mit denen gleich bei Beginn der Planung die
Weichen in Richtung guter Erträge gestellt werden. Und es gibt auch
solche, die bereits laufende Systeme ein wenig auf Trab
bringen.
Welche davon man tatsächlich umsetzt, hängt nicht
zuletzt vom Charakter des Anlagenbetreibers selbst ab: Es gibt
Enthusiasten, denen es im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten
einzig und allein darauf ankommt, die Ziffern auf dem Einspeisezähler
nach oben zu treiben. Sie können rundweg alles in Betracht ziehen,
was auf diesen Seiten vorgeschlagen wird. Alle anderen sollten
zunächst den Taschenrechner bemühen, bevor sie sich für
Leistungsoptimierer, dickere Kabel oder das allerneueste
Wechselrichtermodell entscheiden.
Ertrag ist nicht gleich
Ertrag
Aktuell könnte die Kalkulation grob überschlägig
betrachtet dann so aussehen: Bei einer derzeitigen Einspeisevergütung
von 27,84 Cent für Anlagen bis 30 Kilowatt Leistung und einer
gewünschten Rendite von beispielsweise sechs Prozent auf das
eingesetzte Kapital sowie einem Jahresertrag von 800 Kilowattstunden
je Kilowatt installierter Leistung darf die Anlage nicht mehr als
2.250 Euro je Kilowatt kosten. Gelingt es dagegen, den Jahresertrag
um fünf Prozent auf 840 Kilowattstunden zu steigern, dann liegt der
obere Wert bei gut 2.360 Euro. Mit anderen Worten: Rund 110 Euro je
Kilowatt stehen für die Optimierung zur Verfügung, damit sie sich
finanziell wunschgemäß rechnet.
Wer hingegen schon 900
Kilowattstunden Jahresertrag erzielt, kommt selbst bei rund 2.530
Euro auf seine sechs Prozent Rendite. Eine Ertragssteigerung um fünf
Prozent, also auf 945 Kilowattstunden je Kilowatt, darf in diesem
Fall ungefähr 125 Euro kosten. Fünf Prozent von 900 sind nun einmal
mehr als fünf Prozent von 800; entsprechend höher ist der durch die
Einspeisevergütung erzielte Geldbetrag und damit das Budget für die
Anlagenoptimierung.
Noch einfacher lässt sich das Ganze natürlich
in die andere Richtung berechnen, also ausgehend von gleich hohen
Investitionskosten für unterschiedlich ertragsstarke Anlagen: Wenn
die eine fünf Prozent weniger erzielt als die andere, ergibt sich
über 20 Jahre Laufzeit ein kompletter Jahresertrag als Differenz.
Und hier kommt es dann darauf an, wann die Anlage ans Netz gegangen
ist: Ein Jahresertrag zum Vergütungssatz von 2004 (57,4 Cent je
Kilowattstunde) ist doppelt so hoch wie für Anlagen, die 2011 in
Betrieb genommen wurden.
Es lohnt sich also, auch über
anscheinend kleine Verbesserungen nachzudenken, damit eine
Photovoltaikanlage gute Erträge bringt. Allerdings muss vor Beginn
solcher Überlegungen zunächst grundsätzlich geklärt werden: Was
ist eigentlich ein »guter« Ertrag?
Vorsicht bei
Vergleichen
Üblicherweise wird dies in Kilowattstunden
je Kilowatt installierter Leistung angegeben, und das ist
bereits ebenso unfair wie unklar. Standort: Denn
natürlich darf man von einer Anlage an einem Plätzchen, das von
der Sonne mit jährlich 1.200 Kilowattstunden Energie je Quadratmeter
beliefert wird, mehr erwarten als in einer schattigen Ecke mit nur
knapp 1.000 Kilowattstunden. Dies war im letzten Jahr ungefähr
das Spektrum zwischen den besten und schlechtesten Standorten in
Deutschland. Für eine Anlage an einem guten Standort sind somit rund
20 Prozent mehr Ertrag zu erwarten als für eine qualitativ
gleichwertige an einem schlechten.
Eine noch größere Rolle
spielt die Ausrichtung und Neigung der Module: In
unseren Breiten sind zwischen Südwest und Südost bei Neigungen
bis 30 Grad die besten Erträge drin. Ost- und Westdächer
erhalten übers Jahr ungefähr 15 bis 20 Prozent weniger
Einstrahlung, Norddächer hingegen nicht einmal halb so viel wie ein
Süddach. Horizontal montierte Module hingegen sind kaum
schlechter dran als solche in Ost- oder Westrichtung. Die mit
verschiedenen Kombinationen von geografischem Standort, Ausrichtung
und Neigung erzielbaren Variationen sind nahezu unbegrenzt und ohne
ein Simulationsprogramm nur sehr grob abschätzbar.
Überdies ist
der Begriff »Modulleistung« nicht klar definiert. Erfreulicherweise
liefern immer mehr Modulhersteller ihre Produkte
mit Plustoleranzen aus, ein 100-Watt-Modul
leistet deshalb mindestens 100 Watt. Normalerweise liegt die so
genannte Flasherleistung, also die im Werk für jedes Modul einzeln
gemessene Leistung, um zwei bis fünf Prozent darüber; die
Serienproduktion exakt gleich starker Module ist nämlich technisch
nicht möglich. Wenn in einem solchen Fall der Anlagenertrag in Bezug
auf die Nennleistung und nicht auf die Flasherleistung ermittelt
wird, liegt die Bezugsgröße also bereits zu niedrig und der
spezifische Ertrag damit höher, als er tatsächlich ist.
Für den
Vergleich zweier Anlagen ist deshalb die Größe »Kilowattstunden je
Kilowatt« ein unpräzises Maß. Trotzdem wird es regelmäßig
verwendet, denn um die tatsächliche Qualitätskennzahl zu
ermitteln, die »Performance ratio«, fehlt in den meisten Fällen
die Ausrüstung.
Die ideale Anlage
Das ideale
Solarmodul mit 100 Prozent Wirkungsgrad würde aus der verfügbaren
Energiemenge einen ebenso hohen Ertrag erwirtschaften. Die real
existierenden Module sind davon mit Wirkungsgraden zwischen sieben
und ungefähr 20 Prozent
bekanntlich weit entfernt. Weil aber ihre Nennleistung unter so
genannten Standardtestbedingungen stets bei 1.000 Watt
Einstrahlung je Quadratmeter (wie unpraktischen 25 Grad
Tempratur, wo real leistungssenkend oft 50-70 Grad entstehen können/
TBK) gemessen wird, ergibt sich unabhängig von der tatsächlich
benötigten Fläche ein lineares Verhältnis zwischen
Generatornennleistung und der an einem realen Anlagenstandort
auftreffenden Sonneneinstrahlung: Haben die Solarmodule
beispielsweise 15 Prozent Wirkungsgrad, benötigt man 6,6
Quadratmeter Modulfläche für ein Kilowatt Nennleistung, haben sie
zehn Prozent Wirkungsgrad, sind es eben zehn Quadratmeter. Um
Unterschiede bei der Ausrichtung und Neigung der Module
auszugleichen, wird die Einstrahlung dabei nicht in der Horizontalen,
sondern in Modulebene gemessen.
Die Performance ratio
einer Photovoltaikanlage ist, etwas verkürzt ausgedrückt, das
Verhältnis der ins Stromnetz eingespeisten zu der auf Modulebene
eingestrahlten Energiemenge – aber eben nicht bezogen auf den
Quadratmeter Fläche, sondern auf ein Kilowatt installierter
Leistung. Die tatsächliche Generatorfläche und der
Modulwirkungsgrad werden somit aus der Rechnung herausgekürzt:
Anlagen, in denen Dünnschichtmodule mit sieben Prozent Wirkungsgrad
verbaut sind, können die gleiche Performance ratio erzielen wie
solche mit monokristallinen Modulen und 20 Prozent Wirkungsgrad.
In
jedem Fall würde ein System mit 100 Prozent Performance ratio 1.000
Watt Modulnennleistung bei entsprechender Einstrahlung – 1.000 Watt
je Quadratmeter – in 1.000 Watt Anlagenleistung konvertieren. Das,
was an den idealtypischen 100 Prozent fehlt, ist das
Optimierungspotenzial:
• zu klein dimensionierte Gleich-
und Wechselstromkabel (siehe Seite 112);
• Verluste
im oder am Modul, beispielsweise durch falsche Verschaltung
in den einzelnen Strings (siehe Seite 114);
•
Teilverschattungen (siehe Seite 116);
•
Fehlanpassungen des Wechselrichters oder einfach ein veraltetes
Modell mit schlechtem Wirkungsgrad (siehe Seite 118).
Gegen
all diese Kalamitäten gibt es probate Mittel. Manche sind recht
einfach und preiswert, andere hingegen nur für viel Geld zu haben.
Das beste und normalerweise preiswerteste Rezept ist natürlich eine
gründliche und an den jeweiligen Standort angepasste Planung.
Und wegen der vielen Unwägbarkeiten bei der Ermittlung des
Anlagenertrags gibt es noch etwas, das stets beherzigt werden sollte:
Wenn die eigene Anlage jährlich 900 Kilowattstunden je Kilowatt
installierter Leistung liefert, die des Nachbarn aber 950, dann
sollte zunächst geprüft werden, ob den beiden Zahlen schlicht
unterschiedliche Ausgangsdaten zu Grunde liegen. Danach kann man
immer noch den Installateur anrufen und zur Nachbesserung auffordern.
BOX
Wichtigster
Faktor: der Standort
Für den Ertrag von
Solarstromanlagen ist die verfügbare Einstrahlung in Kombination mit
Ausrichtung und Modulneigung ein wichtiger Faktor, wie diese
Auswertung von zehn Beispielanlagen aus dem PHOTON Control-Messnetz
(Aachen) zeigt. All diese Anlagen werden anhand von Sekundenwerten
der montierten Solarstrahlungssensoren akribisch überwacht. Daneben
gelten aber auch hier die im Artikel beschriebenen Unsicherheiten
bezüglich der Ertragsermittlung.
Die Globalstrahlung im Jahr 2010
lag im Landesdurchschnitt um 3,2 Prozent über den langjährigen
Durchschnittswerten; die Maximalwerte des Jahres lagen (im Süden von
Baden-Württemberg und Bayern) bei rund 1.190 Kilowattstunden je
Quadratmeter, also noch ein gutes Stück über den Höchstwerten der
PHOTON Control-Anlagen. Dort wären dann auch Erträge über 1.100
Kilowattstunden je Kilowatt möglich gewesen.
Tabelle nur im Heft anzeigbar. /TBK
PHOTON 2011-07 Juli, Seite 108
Kabel:
Möglicher Engpass
von
Jochen Siemer
Die
hohen Spannungen und entsprechend kleinen Ströme moderner
Solarstromanlagen helfen, die in der Verkabelung entstehenden
Leistungsverluste zu begrenzen. Trotzdem darf man diesen Punkt bei
der Optimierung des Systems nicht außer Acht lassen.
Viel
hilft viel. Dieses oft bemühte Prinzip gilt auch für die
Verkabelung einer Solarstromanlage: Je dicker der Draht, desto
geringer sein elektrischer Widerstand und damit die Leistungsverluste
auf dem Weg vom Modul zum Wechselrichter und von dort zum
Zähler.
Viel kostet aber auch viel, denn Kupfer ist ein begrenzt
vorhandener Rohstoff.
Die Ermittlung des optimalen Kabelquerschnitts
ist deshalb eine Wissenschaft für sich. Der Widerstand eines Leiters
erhöht sich mit der Höhe des fließenden Stroms exponentiell, eine
Verdopplung des Stroms bewirkt somit eine Vervierfachung der
Verluste. Die anliegende Spannung ist dabei irrelevant, auf Umwegen
aber doch von Bedeutung. Denn weil die elektrische Leistung das
Produkt von Strom und Spannung ist, hilft eine hohe Voltzahl bei der
Reduzierung der erforderlichen Ströme.
Grundlage für die Planung
des optimalen Kabelquerschnitts ist deshalb der Nennstrom der
Solarmodule. Nur wird dieser bei Standardtestbedingungen gemessen,
die im Betriebsalltag einer Photovoltaikanlage sehr selten auftreten.
Der Wert wechselt ständig in Abhängigkeit von dem durch den
Wechselrichter eingestellten Punkt der maximalen Leistung (MPP,
Maximum Power Point), also dem für die gerade anliegende
Einstrahlung besten Verhältnis von Strom und Spannung.
Das PHOTON-Labor hat deshalb bereits vor zwei Jahren die Häufigkeitsverteilung der unterschiedlichen Ströme auf seinem Aachener Modulteststand ermittelt und auf dieser Grundlage eine Tabelle zum optimalen Verhältnis von Kabelquerschnitt und Leitungslängen erstellt. In der Tendenz bestätigt natürlich auch diese verfeinerte Darstellung die bekannten Fakten: Die kleinsten am Markt verfügbaren Kabelquerschnitte mit 1,5 Millimetern sind nur bei kleinen Strömen oder sehr kurzen Leitungswegen zu gebrauchen. Bei fünf Ampere Nennstrom wird es hier schon ab 30 Metern Gesamtkabellänge im System bedenklich. Auch die nächst größere Dimensionierung von 2,5 Millimetern taugt nur für eher kurze Wege. Ein Beispiel: Bei fünf Ampere und 100 Metern Leitungsweg entstehen in einem 1,5-Millimeter-Kabel jährliche Verluste von 35 Kilowattstunden, in einem 2,5-Millimeter-Kabel gehen 21 Kilowattstunden verloren, bei vier Millimetern nur noch 13 und bei sechs Millimetern neun Kilowattstunden.
Mit Blick auf die Preise sollte aber trotzdem nicht einfach prophylaktisch die dickste Leitung verlegt werden. Und außerdem sind selbst 6-Millimeter-Querschnitten Grenzen gesetzt. Bei zehn Ampere und 400 Metern Länge schluckt ein solches Kabel jährlich 142, bei 15 Ampere und 500 Metern satte 399 Kilowattstunden. Ein 1,5-Millimeter-Kabel würde hier allerdings – falls irgendjemand es für eine solche Aufgabe verwenden würde – Verluste von 1.597 Kilowattstunden verursachen.
In punkto Kabelquerschnitt gibt es somit vor allem eine allgemein gültige Regel: die Länge kurz und den Strom niedrig halten. Das spart Geld und Energie – und gilt im übrigen auch für die hierbei gern vergessenen Kabel auf der Wechselstromseite. Auch dort entstehen nämlich durchaus signifikante Verluste. Gute Planung ist also wieder einmal die beste Art der Anlagenoptimierung. Jochen Siemer PHOTON 2011-07 Juli, Seite 112
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CAPTION
Nicht
zu lang, nicht zu dünn: Die Kabel einer Solarstromanlage sollten so
kurz wie möglich und so dick wie nötig sein.
Den
Solargenerator optimierenvon Christoph Podewils
Die Leistung einer Solaranlage zu
bestimmen, ist simpel – einfach die Zahl der Module mit deren
Nennleistung multiplizieren. Wie viel Energie der Solargenerator
wirklich liefern kann, hängt noch von von vilen anderen Faktoren
ab.
Einen Solargenerator dazu zu bringen, möglichst viel
Strom zu liefern, ist an sich kein Kunststück. Etwas Arbeit ist
allerdings schon nötig – und nicht jeder Installateur macht die
gerne, denn üblicherweise taucht die in keinem Angebot auf. Es kann
daher nicht schaden, wenn man als Anlagenbetreiber in spe ein
bisschen mithilft, seinen Solargenerator zu optimieren: Jedes Prozent
mehr Strom macht sich über die Laufzeit der Anlage (20 Jahre) bei
einer Verzinsung der Mehreinnahmen von vier Prozent ebenso bemerkbar,
wie die Einnahmen in vier durchschnittlichen Betriebsmonaten. Gelingt
es, den Anlagenertrag um drei Prozent zu heben, so ist das unterm
Strich genauso viel wert wie ein Extra-Jahr Vergütungsdauer.
Optimierung lohnt sich also.
Sortieren bringt ein Plus
Kurz
bevor die Anlage montiert wird, ist der geeignete Zeitpunkt für den
Besitzer, selbst Hand anzulegen. Er braucht dazu die so genannte
Flasherliste für seine Anlage. Dort sind neben der Seriennummer auch
die genauen elektrischen Kennwerte jedes einzelnen Moduls aufgeführt,
gemessen unter dem Flasher des Herstellers, wie der Sonnensimulator
auch genannt wird. Wichtig ist hier der so genannte MPP-Strom (auch
IMPP genannt). Idealerweise liegt die Flasherliste schon als
Excel-Tabelle vor, ansonsten lohnt es sich, den Installateur oder
Hersteller danach zu fragen. Die Tabelle muss nun nach den
Stromwerten sortiert werden, über die »Sortieren«-Funktion der
Tabellenkalkulation Excel geht das auch bei großen Datenmengen fast
von alleine. Anschließend teilt man die Liste in Abschnitte ein, die
immer so viele Module umfassen, wie sich später in einem String
befinden werden. Jedem dieser Abschnitte gibt man eine Farbe oder
einen Buchstaben.
Mit einem Ausdruck der Liste geht man danach zu
seinen Modulen, sucht die entsprechenden Seriennummern und markiert
die Module je nach Abschnitt mit farbigen Punkten oder Buchstaben.
Leider ist das manchmal mit viel Schlepperei verbunden, denn die
Modulhersteller schreiben die Seriennummern üblicherweise auf
Vorder- und Rückseite (wo man sie in einem Stapel von Modulen nicht
sehen kann), nicht aber seitlich auf den Rahmen (wo sie leicht zu
sehen wären). Anschließend muss man die Module je nach Markierung
sortieren und den Installateur dazu verdonnern, wirklich nur jene
Module in einem String zu verwenden, die gleich markiert sind. Wenn
man zu zweit ist, lässt sich diese Arbeit bei Anlagen mit einigen
Kilowatt Leistung innerhalb von einer halben Stunde erledigen. Für
größere Anlagen sollte man sich Hilfe holen. Manche Hersteller –
etwa BP Solar – bieten vorsortierte Module schon ab Werk an.
Wer
nicht nur eine Anlage baut, sondern auch noch das Dach darunter plant
– oder aber die Auswahl zwischen mehreren Dächern hat – kann
überdies darauf achten, dass alle Module, die in einem String
zusammengekoppelt sind, den gleichen Umgebungsbedingungen
unterliegen. Sie sollten exakt gleich ausgerichtet sein, die Luft
dahinter ungehindert strömen können und idealerweise werden sie nie
– auch nicht nur ein bisschen – verschattet. Dahinter steckt die
gleiche physikalische Gesetzmäßigkeit, die das Modulsortieren
sinnvoll macht: Jenes Modul, das am wenigsten Strom abgibt, hindert
alle anderen Module in einer Reihenschaltung daran, mehr zu
produzieren. Bekommt ein Modul weniger Licht als ein anderes (durch
verschiedene Neigungen) so wird es sofort zum Minderleister, der alle
anderen mitreißt.
Abstand kühlt
Die Kühlung
der Module beeinflusst den Strom zwar nicht, sondern die Spannung.
Auch hier ist es jedoch sinnvoll, dass die Module möglichst gleich
warm sind. Denn Temperaturunterschiede führen bei parallel
geschalteten Strings zu einem Spannungsgefälle. Hier bestromt dann
ein String den anderen – auch das gibt Verluste. Eine gleichmäßige
Kühlung lässt sich leichter erreichen, wenn auch das Modulfeld
gleichmäßig aufgebaut ist, also zum Beispiel keine Aussparungen
aufweist. Dachfenster beispielsweise sollten daher besser außerhalb
des Solargenerators eingeplant werden. Für eine gute Kühlung ist
vor allem der Abstand zwischen Dachhaut und Solargenerator
entscheidend, bei normalen Pfannendächer damit die Höhe der
Dachhaken. Als Faustregel gilt hier, dass der Abstand zwischen
Modulen und Dach für eine gute Hinterlüftung fünf Zentimeter
betragen sollte. Der Ertragsunterschied zwischen einer schlecht
hinterlüfteten Anlage und einer gut hinterlüfteten beträgt nach
Angaben der Deutschen Gesellschaft für Sonnenergie e.V. rund 2,6
Prozent übers Jahr.
Auf Neigung achten
Auch über
die Neigung eines Daches oder der Aufständerung lässt sich Einfluss
auf den Anlagenertrag nehmen. Eine Anlage, die platt auf dem Boden
liegt, liefert in Deutschland etwa 18 Prozent wenig Jahresertrag als
eine, die in einem Winkel von etwa 35 Grad aufgestellt ist. Schon bei
einer Neigung von 30 Grad statt 35 Grad beträgt der Minderertrag
rund fünf Prozent. Die genauen Werte hängen sehr vom Standort ab,
eine Optimierung lässt sich hier am besten mit einem
Simulationsprogramm vornehmen (PHOTON 3-2011), etwa dem kostenfreien
Tool »PV-Gis« der Europäischen Kommission. Bei der Optimierung der
Neigung ist allerdings Vorsicht geboten: Wird die Anlage auf einem
Flachdach in Reihen aufgeständert, so bringen stärker geneigte
Module automatisch eine höhere Verschattung mit sich und die mindert
den Ertrag wieder. Um ganz auf der sicheren Seite zu sein, müsste
zwischen den einzelnen Reihen neunmal so viel Platz sein wie eine
Modulreihe am höchsten Punkt hoch ist. Weil man damit in der Praxis
sehr viel Platz verschenkt, sollte man darauf jedoch verzichten und
dafür im Winter bei tief stehender Sonne Verschattungen in Kauf
nehmen. Das Optimum lässt sich hier eigentlich nur mit
Simulationsprogrammen ermitteln, die über eine Verschattungsanalyse
verfügen und auch die Reihenverschattung berücksichtigen.
Schneefreiheit für Extra-Kilowattstunden
Apropos
Winter: An klaren Tagen lässt sich zur kalten Jahreszeit ordentlich
Solarstrom produzieren, denn gekühlte Module liefern – siehe oben
– extra viel Strom. Hinderlich ist hier allerdings oft die
Schneedecke auf der Anlage. Vom Schneefegen auf dem Dach raten wir
ausdrücklich ab, dabei sind schon Menschen durch Absturz zu Tode
gekommen. Es gibt allerdings auch technische Lösungen für ein
schneefreies Dach. So bietet der Wechselrichterhersteller Solutronic
AG für seine Geräte ein Zusatzbauteil an, mit dem sich die
Solaranlage kurzzeitig in eine Outdoor-Stromheizung verwandeln lässt,
so dass aufliegender Schnee antaut und – eine gewisse Dachneigung
vorausgesetzt – vom Dach rutscht (PHOTON 2-2010). Hier sollte der
Anlagenbetreiber unbedingt darauf achten, dass während des Enteisens
niemand dort steht, wo die Dachlawine dann niederrauscht. Einen
Nachteil muss der Anlagenbetreiber hier allerdings auch in Kauf
nehmen: Bislang hat kein Modulhersteller unterschrieben, dass seine
Produkte für die Rückbestromung geeignet sind.
Gewährleistungsausschlüsse sind damit möglich, wenngleich
Solutronic angibt, dass der Strom, den das Gerät auf die Module
schickt, geringer ist als jener, der im Normalbetrieb bei Sonne über
die Zellen fließt. Christoph Podewils
PHOTON
2011-07 Juli, Seite 114
CAPTIONS
Eine
zerklüftete Anlage liefert weniger Strom als eine gleichmäßig
aufgebaute. Denn die Module werden hier unterschiedlich warm und
können sich dadurch gegenseitig negativ beeinflussen
Module nach
ihrem Strom zu sortieren, ist oft sinnvoll. Wenn Hersteller die
Seriennummern auf den Rahmen schreiben, geht diese Arbeit recht
schnell von der Hand.
Die
Schatten überlisten
von Matthias B. Krause
Leistungsoptimierer sind unter
Umständen eine wirksame, aber kostspielige Hilfe
Gegen manche
Schatten kann man wenig machen. Gauben lassen sich schlecht
versetzen, Bäume nicht immer absägen und Nachbarhäuser nicht
einfach abreißen. Bleibt die Frage, ob es sich trotzdem lohnt, einen
Solargenerator auf dem Dach zu installieren. Und es gibt ein weiteres
Szenario, bei dem man darüber nachdenken kann, Leistungsoptimierer
einzusetzen: wenn nämlich bei der Auslegung einer Anlage zuvor die
Schatten nicht sorgfältig analysiert und durch adäquate Anordnung
und Verstringung der Module berücksichtigt worden sind.
Den
Flaschenhals weiten
Dass sich schon kleine Teilschatten von
Antenne und Schornstein auf den Ertrag verhältnismäßig stark
auswirken, hängt mit dem Konstruktionsprinzip von Modulen und
Solargeneratoren zusammen. Sowohl die Zellen innerhalb eines Moduls
als auch die einzelnen Module innerhalb einer Anlage sind in den
meisten Fällen in Reihe geschaltet. Während sich die Spannungen
addieren, wird der Strom von der schwächsten Zelle beziehungsweise
vom schwächsten Modul bestimmt. Genau dieses Phänomen machen
sich Leistungsoptimierer zu nutze. Ihre Elektronik ist in der
Lage, den Strom der verschatteten Anlagenteile so weit zu erhöhen,
dass er dem der anderen Module entspricht – der Flaschenhals ist
beseitigt. Daneben gibt es Geräte, die das gleiche Ziel mit
einer anderen Methode erreichen wollen. Sie stellen in einem
bestimmten Zeitintervall Modulstrings anhand ihrer aktuell gemessenen
Ströme und Spannungen neu zusammen und legen unter Umständen
besonders maue Module zeitweilig komplett still.
Je
länger die Strings, desto besser
So funktioniert es zumindest
in der Theorie. In der Praxis haben Tests im PHOTON-Labor gezeigt,
dass nicht alle Leistungsoptimierer in allen Situationen halten, was
ihre Hersteller versprechen (PHOTON 11-2010). Zum einen gilt die
Faustformel, dass sie umso wirkungsvoller arbeiten, je mehr Module an
einem String hängen. Im Test zeigen die Geräte die besten
Ergebnisse, wenn zwischen 14 und 16 Module an jeweils einem String
angeklemmt waren. Waren dagegen nur sieben in Reihe geschaltet, lag
in bestimmten Situationen der Ertrag sogar niedriger als ohne
jegliche Hilfsgeräte.
Auch Schatten ist nicht gleich Schatten.
Am besten konnten die getesteten Geräte mit Horizontalverschattung
umgehen. Die Optimierer der Solaredge Technologies Inc., der National
Semiconductor Corporation und der Tigo Energy Inc. waren in so einer
Situation in der Lage, den Ertrag der Testanlage im Labor um gut 30
Prozent zu erhöhen. Auch dann, wenn etwa ein unverrückbarer Mast im
Wege steht, dessen Schatten im Laufe des Tages über das Modulfeld
zieht, lassen sich mit den kleinen elektronischen Kästen
nennenswerte Mehrerträge erzielen. Bei einem wandernden flächigen
Schatten, wie ihn zum Beispiel eine Gaube wirft, war der erzielbare
Mehrertrag dagegen kaum der Rede wert. Ähnliches gilt für
Teilverschattungen etwa durch Pollen oder Blätter, die sich auf dem
Solarglas absetzen. Das beste Gerät im Test schaffte gerade 3,2
Prozent mehr.
Nur Einzelfallbetrachtungen machen Sinn
Seit
die Leistungsoptimierer das PHOTON-Labor im November vergangenen
Jahres durchliefen, hat sich auf dem Markt eine Menge getan.
Solaredge etwa bietet sein System mittlerweile zusammen mit dem
Berliner Modulhersteller Solon SE an. Dabei wird der
Leistungsoptimierer anstelle der Anschlussdose fest auf der
Rückseitenfolie jedes einzelnen Moduls verklebt. Das sorgt zwar für
eine einfache Installation, birgt jedoch auch Gefahren. So muss die
gesamte Einheit gewechselt werden, sollte die Elektronik innerhalb
der 20 Jahre Lebenserwartung einer Anlage ausfallen. Zu erwähnen
sind auch die Wirkungsgradverluste, die durch ein solches System
gegenüber einem mit einem einzigen Stringwechselrichter
ausgestatteten entstehen. Am Ende ist es somit unmöglich, eine
generelle Empfehlung abzugeben. Die Faktoren, die darüber bestimmen,
ob sich mit dem Einsatz von Leistungsoptimieren das letzte
Kilowattstündchen aus einer Solarstromanlage herauskitzeln lässt,
sind so vielfältig, dass nur eine Einzelfallbetrachtung Sinn macht.
Und einzelne Module lassen sich mit ihnen sehr genau überwachen
und Fehler frühzeitig erkennen und lokalisieren. Auch sind die
meisten Systeme in der Lage, als Feuerwehrschalter zu fungieren
und die Module bei einem Brand spannungsfrei zu schalten. Matthias
B. Krause PHOTON 2011-07 Juli, Seite 116
CAPTIONS
Kleine
Box, große Wirkung – jedenfalls in der richtigen Situation. Die
Powerbox von Solaredge lässt sich nachträglich montieren oder wird
anstelle der Anschlussbox in ein Modul integriert.
Mittlerweile
bieten auch konventionelle Wechselrichterhersteller wie Power-One
Inc. Leistungsoptimierer an
Wechselrichter
im Wandel
von
Jochen Siemer
Die Schaltzentrale der Anlage ist
heutzutage aus ganz anderem Holz geschnitzt als früher, es lohnt
sich deshalb unter Umständen sogar ein Austausch. Bei Neugeräten
ist vor allem die richtige Dimensionierung wichtig.
Das
Benotungsschema der PHOTON-Wechselrichtertests wurde im Januar 2011
verschärft. Grundlage der Benotung ist der PHOTON-Wirkungsgrad, also
der in unseren Tests nach einem besonderen Verfahren ermittelte
Durchschnittswert der Wirkungsgrade bei allen vom Hersteller
zugelassenen Betriebszuständen. Reichte hier zuvor ein Wert von 98
Prozent für die bislang unerreichte Traumnote »sehr gut ++«, so
müssen es jetzt 99 Prozent sein. Alle anderen Werte wurden ebenfalls
angehoben (siehe Seite 150).
Das ist keine Schikane, sondern
lediglich Spiegelbild der technischen Entwicklung. Wechselrichter –
jedenfalls die guten – sind heute effizienter als früher, außerdem
belastbarer, flexibler einsetzbar – und billiger. Ein durchaus
überlegenswerter Schritt zur Anlagenoptimierung ist deshalb der
Tausch eines alten gegen ein neues Modell. Technisch gesehen sind 97
statt 95 Prozent PHOTON-Wirkungsgrad fraglos ein Gewinn. Finanziell
gesehen hängt die Berechnung von drei Faktoren ab: der Höhe des
Wirkungsgradunterschiedes, dem Preis des neuen Geräts und dem Jahr
der Inbetriebnahme, aus dem sich wiederum die Vergütungshöhe für
den von der Photovoltaikanlage erzeugten Strom und die noch
verbleibende Laufzeit, also die Amortisationsfrist, des neuen
Wechselrichters ergeben.Nachrechnen lohnt sich. Und wer ein wirklich schlechtes Gerät
mit weniger als 92 Prozent Wirkungsgrad hat, kann sich selbst dies
eigentlich sparen. Ein solcher Inverter produziert derart viel
Abwärme, das ihm aller Voraussicht nach ohnehin keine lange
Lebensdauer beschieden sein wird.
Dies ist, neben dem aus
Konsumentensicht erfreulichen Preiskampf, ein wichtiger Grund dafür,
dass moderne und effiziente Geräte in der Regel gar nicht die
teuersten auf dem Markt sind. Sie haben weniger Kühlbedarf und
lassen sich deshalb kostengünstiger produzieren. Für die in letzter
Zeit auch in kleineren Leistungsklassen aufkommenden dreiphasig
einspeisenden Wechselrichter ergeben sich beim Materialaufwand noch
weitere Vorteile gegenüber einphasigen Geräten.
Weil es
heute mehr Wechselrichterleistung für weniger Geld gibt, gilt umso
mehr die Regel, wonach der Inverter keinesfalls zu klein ausfallen
darf. Wenn der Solargenerator gut ausgerichtet ist, – also
einigermaßen exakt in Südrichtung und in einem Winkel zwischen
ungefähr 25 und 30 Grad –, wird er häufig seine Nennleistung
erreichen oder sogar darüber hinaus gehen, und dem muss die
Schaltzentrale der Anlage gewachsen sein. Der Inverter darf also
nicht abregeln, was er bei zu kleiner Dimensionierung jedoch tun
würde. Deshalb sollte er mindestens immer im Verhältnis eins zu
eins ausgelegt werden. Die Nennleistung der angeschlossenen Module
entspricht dabei der Gleichstromleistung (DC) des Wechselrichters.
Dieser Wert wird allerdings nicht von allen Herstellern ausgewiesen,
lässt sich aber einigermaßen leicht errechnen: Die
Wechselstromleistung (AC) geteilt durch den Umwandlungswirkungsgrad
ergibt (ungefähr) die DC-Nennleistung.
Bei einer
Eins-zu-Eins-Auslegung kommt es natürlich häufiger vor, dass der
Wechselrichter im unteren Teillastbereich läuft, doch das ist für
gute, moderne Geräte kein Problem. Sie erreichen auch hier hohe
Wirkungsgrade. Und der höhere Preis für ein leistungsstärkeres
Gerät – auch Wechselrichter werden nach Kilowatt Nennleistung
bezahlt – ist sehr schnell wieder eingespielt, wenn weniger sonnen-
und damit ertragreiche Stunden in der Bilanz fehlen.
Allerdings
besteht hier, wie so häufig, ein Interessenkonflikt:
Während der Anlagenbetreiber möglichst jede erzielbare
Kilowattstunde einspeisen und vergütet bekommen möchte, sind die an
besonders sonnigen Tagen um die Mittagszeit entstehenden
Leistungsspitzen aus Sicht des Gesamtnetzes problematisch (wenn
sie sich auf das Gesamtnetz auswirken würden, was bei kleinen
Anlagen nur sehr gering in der Nähe geschieht/ TBK).
Deshalb müssen Solarstromanlagen mit mehr als 100 Kilowatt Leistung
bereits heute am »Einspeisemanagement« teilnehmen und werden bei
Bedarf abgeregelt. Für kleinere Systeme sieht die aktuelle Novelle
des Erneuerbare-Energien-Gesetzes nun eine noch radikalere Lösung
vor: Sie müssen entweder ebenfalls am »vereinfachten
Einspeisemanagement« teilnehmen oder dürfen generell nur noch mit
70 Prozent der Generatornennleistung ins Netz einspeisen (siehe
Seite 16). Wie sich dies in der Praxis auswirkt, dürfte in den
kommenden Monaten eines der meist diskutierten Themen an allen
Solarstammtischen sein. Zumindest für die Betreiber kleiner Anlagen
sind damit nämlich die Karten in Sachen
Wechselrichterdimensionierung völlig neu gemischt.
Jochen
Siemer PHOTON 2011-07 Juli, Seite 118
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Energiewende-Forderungen für
Bürgerdemokratie
von „SunOn Sonnenkraftwerke Lüneburg
e. V.“ 2011-07.03
Die Energiewende muss die
Bürgergesellschaft entwickeln und nicht neue Marktmacht für die
Atomkonzerne organisieren. Sie soll schnell, aber ruhig planbar und
an gut möglicher Produktivität orientiert, Solarstrom von vielen
kleinen und mittleren Photovoltaik-Kraftwerken
aufbauen.
Ziel bis 2020 muss
50% erneuerbarer Strom sein.
UND erneuerbare Energien verteuern den Strompreis nicht, auch Photovoltaik (PV), machen ihn tatsächlich preiswert für Gesellschaft und Wirtschaft (s. u.). Machen uns zunehmend energieunabhängig in Deutschland und überall auf der Erde, da wir kostenlose Rohstoffe „Sonnenlicht“ und „Wind“, Wasser und auch Biomasse nutzbar machen und damit auch Kriegen entgegen arbeiten.
Und wir schaffen demokratische Energiebasis für unsere Demokratie, und könnten - zukünftig stark aufgebaut - mit ihnen auch Sozial- und Gesundheitskosten mitfinanzieren.
VORWEG zu den angeblichen Kosten der Erneuerbaren bzw. Regenerativen Enegien und insbesondere der Solarenergie (Photovoltaik bzw. Fotovoltaik): Sie verteuern die Energieversorgung nicht, sie machen sie eigentlich preiswert, denn …:
- Die EEG-Umlage muss - wie vorgeschrieben - richtig berechnet werden. Die Planzahl von 9,5 GW Solarstrom in 2010, wurde dank Röttgen+Brüderles Ausbremspolitik auf offiziell 7,4 GW vermindert, (womit noch fast doppelt mehr als 2009 neu aufgebaut wurde.)
- Senkungen des Strombörsen-Einkaufspreises auf Grund des Einsatz erneuerbarer Kraftwerke, besonders auch von Sonnenstromkraftwerken zur Mittagszeit, müssen gegen gerechnet werden. Diese Vorgabe ist von der Bundesnetzagentur einzufordern! Strombörsenpraxis, die die Preise unnötig hochtreibt, etwa durch künstliche Angebotsverknappung, ist zu unterbinden.
- Die sehr starke Heruntersubventionierung der Preise für Energieintensivbetriebe (statt 3,5 Cent EEG-Umlage, zahlen sie nur 0,05), muss endlich aus dem Etat des Wirtschaftsministeriums bezahlt werden und nicht aus der EEG-Umlage, um nicht länger das Gleichheitsgebot (Artikel 2 GG) zu verletzen, weil sonst Haushaltskunden und Kleinbetriebe dafür überhöhte Beiträge erbringen müssen.
Schon diese ergänzbaren Punkte senken die Umlage deutlich auf höchstens ca. 1 Cent/ kWh (und eben nicht 3,5 Cent).
UND:
Jede neue Solaranlage verstärkt diese Senkungswirkungen, jede nicht produzierte Atom- und Kohlestrom-kWh entlastet von versteckten Voraussubventionen und ungeheuren Folgekosten für Umwelt, Gesundheit und auch unsere Volkswirtschaft.
Laut Bv Erneuerbare Energien (BEE) wurden 2010 ca. 7,4 Milliarden € durch vermiedene Importkosten eingespart, wenn durch Einsatz erneuerbarer Energien weder Uran, noch Kohle, noch Öl und auch Gas zugekauft werden musste, sowie 8 Milliarden €an externen Kosten vermieden. Die sogenannten Förderkosten der zu hoch berechneten EEG-Umlage betrugen 2010 hingegen nur 8,2 Milliarden € und erbrachten zudem Energieunabhängigkeit und neue Wirtschaftskraft, wie - auch exportierbares - Know how.
Welche konkreten Forderungen braucht die Energie-Revolution?
Zunächst sollte zwecks Rechtssicherheit nur das Atomgesetz unumkehrbar mit verbindlicher Stilllegung der 7 Alt-AKWs und des AKW Krümmel schnell verabschiedet werden.
Die EEG-Novelle und die weiteren Energiegesetze brauchen gründliche tatsächliche Beratungen der Verbände, nicht scheinbare, hektische eintägige fast ohne Vorbereitungszeit. Zudem sind auch die bisherigen EEG-Erfahrungen erst im Herbst auswertbar.
Energiewende-Revolution-Forderungen
1. PV-Einspeiseerträge sind insbesondere für Anlagen bis 30 kWp nicht zu beschränken (gar zu 30%). Kleinanlagen belasten das Netz nicht wegen Eigenverbrauch oder Wechselrichtersicherung. Netzbetreiber müssen ihre Pflicht zu zügigen Netzausbau leisten, den sie rechtswidrig nicht vorgenommen haben, aber Geld dafür kassierten.
Netzbeschränkte PV-Erträge sind zu 100% zu vergüten. (EEG-Plan: § 12: nur 95%)
2. Die sogenannte Solarförderung ist ein Mindestpreis im Netzmonopol, wo bisher mangels fairen Wettbewerbs keine Marktpreisbildung möglich ist. Vielmehr sind die Strompreise durch Privilegien für Kohle-, Öl- und Atomstromangebote bestimmt. Das Vorrangprinzip für erneuerbare Stromangebote vor fossilem - bzw. atomaren Strom muss uneingeschränkt beibehalten bleiben und erneuerbarem Strom von Hausanlagen und Feldanlagen aus Deutschland muss zudem Vorrang vor erneuerbarem Strom von außerhalb Deutschlands, etwa Meeres-Windstrom oder Wüsten-Solarstrom, haben.
3. Erneuerbarer Strom Aufbau muss gut planbar sein. Der Mindestpreis sollte schon zwecks genügend planbarem Materialeinkauf für ein Jahr festgelegt sein. Änderungen sollten außerhalb der Frostzeit liegen; am 31.03. des Jahres.
Der ruhige und produktive Photovoltaik-Aufbau von 2000 bis 2008 mit jährlicher 5% Preis-Senkung, wurde seit Regierungsbeginn 2009 mit Einschränkungen der Aufbauflächen, wie überfordernden Preissenkungen teils mitten im Aufbau und gar mehrfach im Jahr stark verunsichert. In Bedrohungslage wurden 2010 statt dem Regierungsziel von 3,5 GW a auf fast 8 GW verdoppelt. Um so nicht die Hälfte dieser technologisch modernsten Betriebe mit hochwertigen Arbeitsplätzen zu gefährden, sollten zur Beruhigung die Mindestpreise im Netz-Monopol bis 31.03.2012 nicht gesenkt werden und mindestens 5 GW a aufgebaut werden. Dies verteuert vollständig berechnet die Strom-Preise nicht. (S. u. - 11. ff.).
4.a. Feld- und Acker-Flächen können verträglich genutzt werden und helfen Produktivität für Preissenkungen zu steigern. Nichtbebauungsflächen können mit Einzelfall-Baugenehmigung genutzt werden. Feld-Photovoltaik hat viel geringeren Flächenbedarf und ist auf Äckern energetisch produktiver als Energiepflanzenabbau, zumal wenn zukünftig mehr Strom für Elektroautos vonnöten ist. Auch ist z.B. Schäferei möglich.
4.b. Zur erweiterten Bürgerbeteiligung müssen schnell Solar- ,Wind-, Wasser- und Biomasse-Flächen-Kataster geschaffen werden, über die Flächen staatlich organisiert auf prinzipielle Eignung geprüft und günstig zu pachten sind.
5. Klein-Kraftwerke auf Hausdächern und in Gärten bis 10 kW sind für die demokratische Beteiligung und auch deren Aufbaukapitalgewinnung, wie für breite Netzentlastung bedeutend. Sie haben aber auch besondere Aufwendungen und müssen so meist deutlich höhere Aufbaupreise leisten. So sollten sie baldmöglichst einen Mindestpreis von 30 Cent/ kWh netto erhalten, garantiert bis zum 31.03.2012.
Im Weiteren brauchen Ost-West- , Fassaden-Kraftwerke, wie solche mit geringem regionalen Solarpotential höhere Preise, da sie weniger solare Erträge haben. Mit ihnen würde auch eine bessere Verteilungen der Solarversorgung erreicht; etwa mehr vormittags und nachmittags, wie mehr im Norden. Und mit Fassaden werden auch Bürohäuser als Energiequellen nutzbar. Alle sollten somit 32 Cent/kWh bis 31.03.2012 erhalten.
Anlagen bis 30 kWp sollten aufgerundet netto 29 Cent/ kWh bis 31.03.2012 erhalten.
Diese ausgleichenden Preisaussichten würde zusätzliches Energie-Bürger-Engagement + erweiterten Aufbau mobilisieren helfen.
6.a. Die Eigenverbrauchszulage kann bei diesen Preisen bis 31.03.2012 auf netto 12 Cent begrenzt werden und müsste für jeden gemessenen Eigenverbrauch bezahlt werden.
6.b. Die Eigenverbrauchszulage sollte auch für vor 2009 aufgebauten Anlagen gelten. (Grundgesetzes Artikel 2: Gleicheitsgrundsatz)
6.c. Auch sollte sie nicht auf Anlagen bis 500 kW Leistung begrenzt werden. Größere Anlagen könnten über Eigenverbrauch z.B. von energieintensiven Betrieben entlasten.
6.d. Zwecks kommunaler Refinanzierung sollte die kommunale Konzessionsabgabe auch für den - ohnehin gezählten - Eigenverbrauch gelten. (Physikalisch wirkt sich eine PV-Hausanlage auch bei Netzverkauf meist für den eigenen Stromverbrauch aus.)
5.
Preise
für Wind- und Solarstrom sollten jedenfalls nach
tatsächlichen Produktivitäts-Fortschritten bestimmt
sein und nicht willkürlich so stark gesenkt werden, dass sie gut
möglichen Neuaufbau finanziell ausbremsen. Die Preise sollten eine
beschleunigte Energiewende zu erneuerbarer Stromversorgung stützen
statt auszubremsen.
8.a. Windenergie aus
Deutschland
(„onshore“) ist sehr preiswert und kann im Repowering auf
weniger Fläche weit mehr Stromleistung ermöglichen. Ihr
Mindestpreis sollte erhalten bleiben und zum 31.03.2012 gemäß ihrer
Produktivität gesenkt werden. Flächenbeschränkungen sollten nicht
prinzipiell, sondern nach Einzelfallauflagen erfolgen. Insbesondere
ist ein Ausweisen eines Windstandortes bei zwanghaften Ausschluss
möglicher anderer zu unterlassen. Hessen, Baden-Württemberg und
Bayern sollten Windkraft ähnlich stark wie Sachsen-Anhalt nutzen
8.b. Windstrom vom Meer („offshore“) und dann auch Solarstrom aus der Wüste sollte keine Sondersubventionierung erhalten, außer einem angemessen etwas erhöhten Mindestpreis. Die Aufbaukosten können die vier Energie-Atomkonzernen aus den riesigen Gewinnen der letzten Jahre leisten; allein 2010 erreichten sie 30 Milliarden €.
9. Im Weiteren haben Netzbetreiber jahrelang
Netzausbau-Mittel erhalten, die endlich einzusetzen
sind.
10. Vielerlei Speicher sind schnell realisierbar und müssen
direkt eingeführt werden. Seit Jahren ist nachgewiesen, dass
Kombikraftwerke von erneuerbaren Stromquellen grundlastfähigen
Strom bereitstellen können. Im Weiteren gibt es viele marktfähige
Speicher, auch besonders verlustarme, wie die Redox Flow
Batterien. Und es können auch schnell viele Pumpspeicher
geschaffen werden, wenn Kanalwasser hinter Schiffshebewerken
bzw. Schleusen mit im Stromnetz nicht abgenommener erneuerbarer
Energie hoch gepumpt würde. Zudem kann nicht direkt nutzbare
Energie auch in Wasserstoff gewandelt und dem Erdgas beigegeben
werden, womit das Erdgas erneuerbar erweitert einsetzbar wird. Jedes
Elektroauto ist ein potentieller Speicher. Und ohnehin ist
auch das europaweite Stromnetz Grund-Speicher, weht doch meist
irgendwo in der Ferne Wind oder scheint irgendwo die Sonne.
Fehlt
es an Beiden, kommen Zusatzspeicher (s.o.) zum Einsatz, zu deren
vielfältigen Möglichkeiten auch seit Jahren die
Eurosolar-Speicherkonferenzen anregen.
11. Vielerlei Maßnahmen sind zu fördern, um den Strombedarf zu senken bzw. vorhandene Stromleistungen effektiver auszuführen. Etwa B.A.U.M hat hierzu Manches erarbeitet.
12. Ökostromanbieter, die nachweislich mindestens 80% erneuerbaren Strom aus Deutschland anbieten (Regierungs-Ziel 2050) und Neuaufbau von -auch solaren- erneuerbaren Energieanlagen fördern, sollten von der EEG-Umlage voll befreit sein, da sie für sie wirken.
13.a Atomkraftwerke müssen wenigstens teilweise für ihre
Extrakosten herangezogen werden.
Die bisher steuerfreien
Kampfgelder, etwa zum Aufkauf von Stadtwerken, müssen verbindlich in
einem gesellschaftlich kontrollierten Fonds eingezahlt werden,
um diese Mittel für Rückbau und Atommüllsicherung zu
verzinsen und für direkten Einsatz zu sichern; die vermutlich
ohnehin viel zu gering berechnet sind.
13.b. Jedes einzelne Atomkraftwerk braucht eine Haftpflichtversicherung ähnlich dem Vollkasko beim Auto.
13.c. Sicherungsmaßnahmen nach dem wissenschaftlichen Stand der Technik sind vorzunehmen, um insbesondere mehrfache Kühlung gesichert einzusetzenund sicher gegen Flugzeugabsturz zu schützen.
14. Die Machtmissbrauchsposition der Atom- und Kohlekonzerne von 80% des Stromangebotes, muss so verändert werden, dass das Stromangebot überwiegend von vielen kleinen und mittleren erneuerbare Energieanlagen erbracht wird.
15. Direktes Wechseln von Energiekonzern-Managern und Politikern (versteckte Korruption) muss erschjwert werden, indem zumindest 2 Jahre nach Jobende dazu abgewartet werden muss.
(Zum Hintergrund hierzu: Der Film „Das Kartell. Im Würgegriff der Energiekonzerne“ . Hier ansehbar: http://vodpod.com/watch/4778089-das-kartell-im-wrgegriff-der-energiekonzerne )
Wenn somit von manchen wichtigen Politiker bzw. Verwaltungsvertreter leider kein Engagement für die bürgergesellschaftliche Energiewende zu erwarten ist, sollten zumindest einige -gerade auch von Bündnis 90 - Die Grünen- deutlich für diese dezentrale solare Energiewende tätig werden und sich der falschen, in Wahrheit die Atomnutzung unnötig verlängernden Energieveränderung, verweigern.
In diesem Sinn auf Unterstützung unseres regionalen solaren Agenda 21 Engagement hoffend - für den „SunOn Sonnenkraftwerke Lüneburg e. V.“ - Vorstand,
Tomas
Biermann-Kojnov
Vereinsvorsitzender
„SunOn Sonnenkraftwerke LG e.V.“
Häcklinger Weg 43a, 21335
Lüneburg
Tel.: 04131-403636 +
0176-48570017 Fax: 0321-21212157
Email:
Biermann@sunon.orgWeb: www.sunon.org
Zusatz
3 Filme zeigen anschaulich wichtige Energiewende Erkenntnisse:
4.
Revolution
Energy Autonomy - “Die
vierte Revolution - EnergyAutonomy”,
2010, Carl A. Fechner
Einstimmung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_4._Revolution_%E2%80%93_Energy_Autonomy
Strom
ohne Atom 2011-06.08,
Tillmann Achtnich
Einstimmung:http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,ebwl0bv7t323wu56~cm.asp
Sonnen-Wende
– Beispiel Lipperstreute, 2010,
Peter Kemnitzer SWR
Einstimmung:
http://www.swr.de/landesschau-unterwegs/-/id=122290/nid=122290/did=6879576/1h4cera/index.html
Nachsatz
Selbstverständlich sind auch Forderungen zur (erweiterten) Wasserkraft, Biomasse + Geothermie-Nutzung wichtig zu stellen! Diese haben wir hier aus Platzgründen unterlassen.Aber auch ohne diese direkt grundlastfähigen erneuerbaren Energien, zeigt sich insbesondere in schon realisierbaren Kombikraftwerken und Speichern die hohe Versorgungsbedeutung dieser und auch des Photovoltaik-Beitrages allein, der an manchen Sonnentagen stundenlang schon fast den Gesamtbedarf erbringen kann. Lassen wir uns nicht von Panikmache Versorungsgefahren einreden, sondern suchen wir in vielfältiger, intelligenter Kombination die zukunftsfähige und auch wirtschaftlich produktive erneuerbare Energien Versorgung. Alle hierzu konstruktiven Beiträge sind willkommen!
UND
Auch die "Drei Schwerpunkte für die Energiewende" des Solarenergiefördervereins Deutschlands, www.sfv.de und das "10-Punkte-Sofortprogramm für die Energiewende" von Eurosolar, www.eurosolar.de sind sehr beachtlich.
"Klimaschutz muss als Bewegung von unten kommen."http://energiewende.wordpress.com http://klima-der-gerechtigkeit.de
PV-Leistungen LG 2007-2011: (erneuert)
Die Anzahl
der Kreis-Solarstromkraftwerke stieg in 2010 auf 1136, (erstes
Mal über 1000); in 2009 waren es
759, in 2008 noch 537. Darunter kleine
von ab 1 kWp bis zu großen von über 1000 kWp (1 MWp)
In der Stadt LG arbeiteten Anlagen
2011-07 nun 293
2010 noch 255
2009 noch 176,
2008 noch 141
- Stadt LG Solarleistung
2011-07 ca.
4746 kWp
2010 ca.
4066 kWp
2009 ca. 2011 kWp
2008 ca. 641 kWp
Leistungen gab es ab 2009 von 1 kWp bis zu 999 kWp.
- Stromernte zum Netzbeitrag:
2010 ca. 1638,6 MWh
2009 ca. 708,2 MWh
2008 ca. 418,6 MWh
Im ganzen Kreis LG arbeiteten Anlagen
2011-07 nun 1334
2010 noch 1136
2009 noch 769
2008 noch 537
Gesamt-LG Solarleistung
2011-07 ca. 21224,5 kWp
2010 ca.18817,2 kWp
2009 ca. 9863,7 kWp
2008 ca. 4016 kWp
Stromernte zum Netzbeitrag:
2010 ca. 10315 MWh
2009 ca. 7039,6 MWh
2008 ca. 3340 MWh
Wird erweitert!